Boy Lauf

ERLEBEN SIE DAS ANGEBOT VON TUWO E.V. GERA

 

TREFFPUNKT UND WOHNEN IN OSTTHÜRINGEN E.V.


FAMILIENNAHES WOHNEN


KONZEPT AB 06/2017

 

Familiennahes Wohnen

Jugendwohnen nach § 13. 3 SGB VIII

Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe „Glücksgefühl“ § 19 SGB VIII

                        Vorwort

1. Trägerschaft

1.1 Grundgedanke

1.2 Lage und Ausstattung

1.3 Kooperation und Vernetzung

2.          Jugendwohngruppe Gera

2.1         Ausgangssituation und gesetzliche Grundlage

2.2         Zielgruppe                             

2.3         Aufnahmekriterien

2.4         Leistungsbeschreibung

2.5          Auswärts zu Hause (Qualitätsstandards)


3.          Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe

3.1         Allgemein

3.2         Zielgruppe

3.3         Rechtsgrundlage

3.4         Zielstellung

3.5         Leistungen

3.6         Hilfeplan für Mutter und Kind

3.7         Kindeswohlgefährdung / Notfallplan




4.          Kooperation

 

Vorwort

Die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe werden trotz des demografisch bedingten Rückgangs der Population der Kinder und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren zunehmen.

Es ist offenkundig, dass sich der Unterstützungsbedarf von jungen Menschen und Familien in den vergangenen  Jahren deutlich erhöht hat und die Gesellschaft gleichzeitig ausgelöst durch politisch und medial stark diskutierte Fälle von zu

Tode gekommenen Kindern – achtsamer gegenüber Vernachlässigungen und Misshandlungen von Kindern agiert. Die Kinder- und Jugendhilfe ist daher in ihrem Kontroll- und Schutzauftrag stärker in das Blickfeld gerückt worden.

In unserem praktischen Erfahrungsfeld zeigt sich längerfristig und zukunftsnah, ein erhöhter Bedarf an Plätzen für die Betreuung § 19 SGB VIII Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe.

Dies ergibt sich nicht nur aus der steigenden Anzahl der Anfragen durch die Jugendämter, sondern auch auf die verlängerte notwendige Dauer der Hilfeleistung.


Dies begründet sich darin, das sich die Problemfelder der betreffenden Mütter in den letzten Jahren in ihrer Komplexität verstärken und  potenzieren.

Mütter die auf eine stationäre Unterbringung in einer Mutter-Kind-Einrichtung angewiesen sind, kommen oft aus hochbelasteten, sozial- und bildungsschwachen Verhältnissen. Ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung ist oft durch eigene biografische Belastungen und Traumatisierungen geprägt, belastende Trennungs- und Verlusterfahrungen, Armut, Arbeitslosigkeit, fehlendes soziales Netzwerk und gleichermaßen fehlende Unterstützung gestört. Weiterhin liegt ein Zusammenspiel mit aktuellen problembehafteten Lebensumständen Vorgeschichten der Mütter, wie zum Beispiel vergangene Gefährdungssituationen oder weitere Kinder, die bereits von der Mutter getrennt werden mussten vor.

Ebenso eigene langjährige Erfahrungen vieler Mütter mit der Jugendhilfe und dem eigenen Durchlaufen verschiedenster Hilfesysteme. Somit haben viele der Mütter grundlegende Schwierigkeiten, Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen und aufrecht zu halten. Ein weiterer Zeitaufwand entsteht als ein weiteres Charakteristikum moderner Kinder- und Jugendhilfe hybride Angebote, also Verschränkungen und neue Mischungsformen zwischen klassischen Leistungen der Hilfe und denen anderer Akteure im Bereich der Betreuung, Erziehung und Bildung.

Die notwendige Sicherstellung des Bedarfs / Hilfeangebotes nach § 19 SGB VIII Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe wollen wir dementsprechend mit ausreichenden qualitativen Betreuungsangebot gewährleisten.

Im momentanen Angebot an der zur Verfügung stehenden Plätzen können wir dem nicht zeitnah entsprechen. Damit stehen dem Kindeswohl nicht zuträgliche Wartezeiten bis zum Beginn der stationären Aufnahme / Hilfeleistung entgegen. Mit einem verbesserten Platzangebot können wir dem entgegenwirken. Dabei kann eine vorherige, sonst notwendige, Inobhutnahme des Kindes in einer Kinderschutz- wohnung entfallen oder die Zeit der dortigen Unterbringung zeitlich verringert  werden. Eine gegebene Stresssituation für die Mutter und das Kind kann wesentlich positiv beeinflusst werden. Das Kindeswohl steht im Vordergrund, den jedes Kind hat das Recht auf eine dem Kindeswohl zeitnahe dienende Erziehung und gleichsam das Recht auf Schutz vor Kindeswohlgefährdung. Dieses ist in den verschiedenen Gesetzgebungen verankert.

 

1.      Trägerschaft

Der Verein TuWO e.V. „Treffpunkt und Wohnen in Ostthüringen e.V.“ ist seit 1995 Träger der freien Jugendhilfe. Der TuWO e.V. ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein und nach § 75 SGB VIII anerkannt, der im Mittelpunkt seiner Arbeit die Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe „Glücksgefühlt“ und die soziale und außerschulische Integration sozial benachteiligter jungen Menschen stellt.

1.1      Grundgedanke

Wir gehen davon aus, dass Menschen entwicklungsfähig und in der Lage sind, sich selbst zu bestimmen.

Wir können die Menschen nicht verändern, sie ändern sich selbst.


Grundgedanke unserer Arbeit ist die Partizipation. Hierbei geht es um mehr als die

formale Beteiligung, sondern Ziel ist es, dass sich die Bewohnerinnen als tatsächlich Handelnde begreifen und nicht als Objekt des Hilfeplanverfahrens. Die Form der Hilfe kann so, zu der von den Bewohnern bewusst gewollten Hilfestellung werden, die sie mitgestalten, mittragen und für die sie auch die Verantwortung übernehmen.

Aber, Partizipation erfährt ihre Grenzen da, wo das Wohl des Kindes gefährdet ist. Das physische und psychische Kindeswohl steht hierbei immer im Vordergrund und wird gesichert, egal ob in der Mutter-Kind-Wohngruppe oder in der Jugendwohngruppe.

Das Engagement der Mitglieder und Angestellten gilt der Beseitigung gesell- schaftlicher Benachteiligungen und Einbindung in die Gemeinschaft zu fördern.


1.2 Lage und Ausstattung

Unser Familiennahes Wohnen  liegt am Stadtrand  von Gera in ländlicher Gegend.  Die rund 96.000 Einwohner/Innen umfassende Hochschulstadt  liegt verkehrsgünstig an den Autobahnen A 4 und A 9.

Die Infrastruktur Gera bietet gute Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Unser Haus befindet sich in einem ruhigen Wohnumfeld in schneller Erreichbarkeit des Geraer Zentrums. Ärzte (Kinder-, Frauen-, Zahn- und Hausärzte usw.), Kinder- gärten und Schulen sind fußläufig zu erreichen.

In unmittelbarer Nähe befinden sich Bus- und Straßenbahnverbindungen zum Erreichen der berufliche Ausbildungsträgern und der Innenstadt.

Unser Garten bietet Platz zum Spielen und Relaxen.



1.3    Kooperation und Vernetzung

Die in der pädagogischen Arbeit gesetzten Ziele sind vielfach nur im gemeinsamen Handeln mit anderen Personen, Diensten und Einrichtungen zu erreichen. Hierzu zählt die konstruktive Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten, Partner/in, Vertretern/in von Jugendämtern, Schulen und Ausbildungsstätten. Die gesundheitliche Versorgung wird gewährleistet durch enge Kooperation mit Ärzten, Hebammen, Psychotherapeuten, Frühförderstellen usw..

 

2.Jugendwohngruppe Gera

2.1    Ausgangssituation und gesetzliche Grundlage

Mehr als nur ein Dach über den Kopf! -Zusammen wohnen -Zusammen leben


In unserer Jugendwohngruppe bieten wir  jungen minderjährigen und volljährigen Menschen Unterkunft und sozialpädagogische Begleitung. Wir stellen ihnen erfahrene Mitarbeiterinnen als Ansprechpartner zur Seite. Das verhindert vorzeitige Ausbildungsabbrüche und unterstützt - als Schnittstelle zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, Elternhaus und Jugendlichen - einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf.

Ziel der Jugendwohngruppe ist es, junge Menschen durch die Stärkung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu einer eigenständigen und selbst bestimmten Lebensführung zu befähigen, durch die Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungs- und Eingliederungsmaßnahmen die Möglichkeiten zur Partizipation an allen Gesellschaftsbereichen zu erschließen und die gesellschaftliche Integration zu erreichen.


Die gesetzliche Grundlage hierfür ist der §13.3 in Verbindung mit §13.1  SGB VIII, sowie Hilfe für Junge Volljährige § 41 SGB VIII.




2.2 Zielgruppe

Die jungen Menschen unserer Zielgruppe kommen häufig aus familiären Verhältnissen, die es ihnen erschweren, einer Ausbildung nachzugehen. Unterstützung und / oder Motivation fehlen in dieser Hinsicht. Die unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen der Eltern und ihrer Kinder über das Leben und Zukunftsperspektiven führen häufig zu massiven Konflikten, die es unmöglich machen, weiterhin zusammen zu leben. Aufgrund der verschiedenen Erfahrungen an kulturellen Normen, Werten und Verhaltensweisen kommt es oft zu Orientierungsschwierigkeiten und zu Konflikten in der Familie. Es sind junge Menschen, die aufgrund persönlicher, sozialer, beruflicher oder schulischer Probleme benachteiligt sind.

Hierzu gehören besonders:

  • Jugendliche in der Zeit der beruflichen Orientierung

  • Schülerinnen der Abschlussklassen von Haupt- und Förderschulen


2.3 Aufnahmekriterien / Ausschluss


In der Jugendwohngruppe können bis zu 5  Jugendliche ab 16 Jahre betreut werden. Welche sich in schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden bzw. den Beginn einer Ausbildung planen und sich darum bemühen.

Durch die verschiedenen Angebote leben und erleben sie Toleranz, Akzeptanz und gegenseitige Rücksichtnahme.

Grunderwartung an die jungen Menschen und somit eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung des Betreuungsangebots sind eine ausreichende Bereitschaft zur Mitarbeit und Annahme des Betreuungsangebots.

Ausschlusskriterien:

Die personelle und räumliche Ausstattung schließt die Aufnahme von Personen mit manifester Suchtproblematik, psychiatrischen Krankheitsbildern und schweren körperlichen Behinderungen aus

 

2.4    Leistungsbeschreibung

Unsere Jugendwohngruppe (JWG) sieht sich als Zwischenstationen im Verselbstständigungsprozess von Jugendlichen, deren Situation es nicht zulässt, bei den Eltern oder anderen Bezugspersonen zu wohnen. Es ist eine auf längere Zeit angelegte Wohnform, die der Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben dient und durch das Leben in der Gruppe sozialer Isolation vorbeugt. Das Stärken von Eigenverantwortung und Selbständigkeit sind auch hier vorrangige Ziele des Angebotes. 

Sozialpädagogische Unterstützung

  • Wahrnehmung der Aufsichtspflicht

  • Betreuung und Begleitung bei individuellen Problemlagen

  • Lern- und Aufgabenhilfe / ggf. Vermittlung von ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

  • Freizeitgestaltung


Was soll erreicht werden?

  • Befähigung zu eigen- und sozialverantwortlicher Lebensführung

  • Integration in das Gemeinwesen. Verhinderung weiterer Ausgrenzung aus dem alltäglichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen

  • Befähigung zur selbständigen Inanspruchnahme von Hilfs- und Beratungsangeboten mit dem Ziel der autonomen Lebensführung

  • Wahrnehmung der Aufsichtspflicht bei Jugendlichen

  • Strukturierung des Lebensalltages der zu betreuenden jungen Menschen

  • Unterstützende Begleitung der Schul-/Berufsausbildung incl. der dafür erforderlichen Kontakte zu Schule, Betrieb, Arbeitsamt usw.

  • Einübung selbstständiger Wahrnehmung von Behördengängen

  • Beratung und Unterstützung bei der Klärung und Ausgestaltung anderer sozialer Beziehungen, insbesondere zur Herkunftsfamilie und sonstigen nahen Bezugspersonen

  • Anleitung zur Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit

  • Orientierungshilfe beim Aufbau eines eigenen Lebensumfeldes

  • Hilfe bei Wohnungssuche und der Gründung eines eigen Hausstandes


Durch die an individuellen Entwicklungs- und Förderplänen orientierte sozialpädagogische Arbeit und den Austausch mit jungen Menschen, welche sich auch in der Ausbildung befinden,  können diese von einander lernen und sich gegenseitig helfen.

Dazu gehören u.a. das Lernen und Vermitteln von Kompetenzen:

a) Gestaltung des Alltags

  • Förderung und Begleitung sinnvoller Alltagsstruktur

  • Haushaltsführung mit Wäsche waschen,kleine Näharbeiten (z.Bsp. Knöpfe annähen, aufgeplatzte Nähte reparieren), Kochkurse

  • Reinigungsarbeiten (Zimmer und Bad/Toilette, Gemeinschaftsräume)

  • Förderung und Beratung bei Körper und Gesundheitspflege (einschließlich medizinischer Vorsorge, ärztliche Untersuchungen...)


b) Umgang mit Behörden, Geld

  • Behördengänge

  • Regelung der Kosten für Unterbringung und Nebenkosten,Anträge für ABG/BAB; Wohnungssuche; Sozialämter

  • Verwaltung der Gelder zur persönlichen Verfügung (Taschen-, Bekleidungs-, Fahrgeld)

  • Beratung und Hilfestellung bei der Schuldenregulation


c) Umgang mit schulischen und/oder beruflichen Problemen

  • regelmäßiger Besuch von Schule u. Ausbildungsstelle

  • Motivation und Anhalten zum Schulbesuch

  • Berufswünsche und Fähigkeiten, Besuche bei der Agentur für Arbeit

  • Hilfe bei Vorbereitung und Durchführung von Bewerbungen

  • Kooperation mit der Berufsschule und ggf. ausbildungsbegleitenden Hilfen anderer Träger


d) Entwicklung von Lebensperspektiven

  • Betreuungsplanung mit den Erziehern

  • Umgang mit Konflikten / Auseinandersetzungen; Abbau von Fluchtverhalten

  • Umgang mit “Stimmungen”, Zeit, Isolierung und Ängsten


e) Gestaltung der Freizeit und sozialer Kontakte

  • Kenntnis u. Nutzung von Angeboten im sozialen Umfeld

  • Nutzung der örtlichen Hilfemöglichkeiten (Beratungsstellen)

  • Auf- bzw. Ausbau der Kontakte zu den Angehörigen, soweit dies aus pädagogischen Zusammenhängen sinnvoll u. möglich ist

  • soziale Kontakte zu Mitbewohner

 

2.4Auswärts zu Hause (Qualitätsstandards)

Wir arbeiten eng mit Auswärts zu Hause zusammen und bekennen die 13 Qualitätsmerkmale:

1. Wir bieten jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit
Die Unterbringung in unseren Jugendwohnheimen erfolgt in der Regel in möblierten Einzel- oder Doppelzimmern mit Duschen und WCs auf den Zimmern oder der Etage. Bei uns wird großer Wert auf ein sauberes Wohnumfeld gelegt. Ein Jugendwohnen ist in der Regel zentral gelegen oder gut mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar.

2. Wir bieten mehr als ein Dach über dem Kopf
Zentraler Bestandteil unseres Angebotes ist die pädagogische Begleitung der jungen Menschen in Form von Einzel- oder Gruppenangeboten. Pädagogische Fachkräfte sind Ansprechpartner und Vermittler für Jugendliche, Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen und/ Familienangehörige. Sie fördern die Bewohner/-innen durch Bildungs-, Freizeit- und Sportangebote.

3. Wir bieten Wohnkomfort in bester Gesellschaft
Jugendwohnen bieten jungen Menschen ein Zimmer, einen persönlichen Rückzugsraum sowie Gelegenheit und Räumlichkeiten für das Zusammenleben mit Gleichaltrigen in vergleichbaren Lebenssituationen. Damit bieten sie beste Voraussetzungen, um in der neuen Umgebung schnell Anschluss und neue Freundschaften zu finden.

4. Wir kümmern uns um Gesundheit und Wohlergehen
In unseren Jugendwohnheimen bieten wir Teil-/ Vollverpflegung an. Wir  unterstützen unsere Bewohner/-innen bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung und Lebensweise.

5. Jugendwohnen sind Lebens- und Lernorte
Kompetentes Personal kümmert sich um die Belange der Bewohner/-innen. Unser Ansatz lautet: Soviel Begleitung und Förderung wie nötig und so viel Freiheit und Freiraum wie möglich. Jugendwohnheime sind Orte, an denen soziales, berufliches und außerschulisches Lernen gefördert und aktiv unterstützt wird. Auf die Bedürfnisse der Bewohner/-innen gehen wir im Sinne eines ganzheitlichen Auftrages ein und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung.

6. Demokratie und aktive Beteiligung sind für uns Grundlage unserer Arbeit
Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass unsere Angebote für junge Menschen eine Zukunft haben. Aus diesem Grund vernetzen wir uns mit relevanten Partnern in unserer Region. Gleichzeitig ist diese Maxime auch Anspruch und Recht für unsere Bewohner/-innen. Daher schaffen wir Möglichkeiten zu Partizipation und Teilhabe.

7. Wir denken global und handeln lokal
Der schonende Umgang mit den Ressourcen ist uns ein besonderes Anliegen. Dabei achten wir sowohl in der Ausrichtung unserer Häuser als auch bei der Begleitung unserer Bewohner/-innen auf einen schonenden, bewussten und nachhaltigen Umgang mit Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln.

8. Wir respektieren Unterschiede
In unseren Häusern werden die spezifischen Interessen von Mädchen und Jungen gleichermaßen berücksichtigt. Unsere Angebote sind auf deren spezielle Bedürfnisse ausgerichtet.

9. Fremde werden Freunde
In unseren Häusern sind junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Ländern der Welt willkommen. Wir betrachten kulturelle und religiöse Vielfalt als willkommene Bereicherung. Wir setzen uns daher aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Gewalt ein. Es ist uns ein Anliegen, dass unsere Jugendwohnheime Lernorte für interkulturelle Begegnung und multikulturelle Kompetenz sind.

10. Wir arbeiten auf geltender gesetzlicher Grundlage
Die Jugendwohnheime, die minderjährige Jugendliche aufnehmen, verfügen über eine Betriebserlaubnis, die zusätzliche Anforderungen an die Ausstattung des Hauses und die Qualität des Angebotes stellt. Unabhängig davon haben die Jugendwohnheime eine Leistungsbeschreibung bzw. ein pädagogisches Fachkonzept. Die Regelungen des Jugendschutzes werden beachtet.

11. Unser Medienangebot ist zeitgemäß
Unsere Jugendwohnheime haben eine eigene Homepage. Den Bewohner/-innen stehen ein Internetzugang und ein Telefonanschluss zur Verfügung. Es gibt Fernsehräume bzw. die Möglichkeit, einen eigenen Fernseher mitzubringen.

12. Erfolg ist unser Ziel
Wir nutzen unsere Erfahrungen und unser Wissen, um die jungen Menschen dabei zu unterstützen, ihre (Aus-)Bildungsziele erfolgreich zu erreichen. Unsere Qualität entwickeln wir u.a. durch Ergebnissicherung und Ergebniskontrolle ständig weiter. Die Teilnahme unserer Mitarbeiter/-innen an Fort- und Weiterbildungen ist uns dabei wichtig. Der kollegiale Austausch und das Lernen voneinander nehmen für uns einen hohen Stellenwert ein.

13. Wir sind aktiver Teil von AUSWÄRTS ZUHAUSE
Wir vernetzen uns mit allen Einrichtungen des Jugendwohnens auf der Plattform AUSWÄRTS ZUHAUSE und stellen unser Angebot umfassend und informativ auf der Homepage www.auswaerts-zuhause.de dar.

 

3.      Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe „Glücksgefühl“

3.1    Allgemein


Die Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe bietet acht Plätze für  werdende und Müttern mit ihrem Kind ein Zuhause auf Zeit. Sie befindet sich mit im Haus des familiennahen Wohnens des TuWO e.V. am Stadtrand von Gera.  Unser Haus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Alle alltagsbezogenen Versorgungseinrichtungen liegen ebenso, wie Kindergärten und Schulen in unmittelbarer Nähe der Einrichtung. Über den öffentlichen Nahverkehr sind alle weiteren Kooperationspartner gut zu erreichen. die Bewohner angehalten, sich in die familienähnliche Gemeinschaft eigenständig einzubringen.


Grundsätzlich gilt für die Wohngruppe, dass auch Väter mit ihrem Kind aufgenommen werden können. Im Folgenden wird lediglich aus Gründen der Übersichtlichkeit nur die weibliche Form verwendet.


3.2     Zielgruppe


In unserer Mutter/Vater-Kind-Wohngruppe werden Schwangere und allein erziehende Mütter ab 16 Jahren mit Säuglingen und Kleinkindern betreut, die sich in besonderen sozialen Schwierigkeiten befinden und einer kontinuierlichen Hilfe durch Begleitung und Beratung bedürfen, sowie welche die Hilfe annehmen möchten und ein Mindestmaß an Selbstständigkeit haben.

Die Situation der Zielgruppe ist häufig geprägt von:


  • einem fehlenden familiären Unterstützungssystem

  • instabilen Beziehungsmustern

  • fehlenden beruflichen oder schulischen Perspektiven

  • Partnerkonflikten

  • Erfahrungen eigener Fremdunterbringung

  • Erfahrungen eigener Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch

  • Unsicherheit in der Versorgung, Pflege und Erziehung des Kindes

  • materiellen Problemlagen

  • geringem Selbstwertgefühl;



Ausschlusskriterien

  • Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten des Hauses bestehen klare Einschränkungen einer Aufnahme bei Müttern mit schwerwiegenden körperlichen Behinderungen

  • manifester Suchtproblematik, psychiatrischen Krankheitsbildern


3.3    Rechtsgrundlagen


Rechtsgrundlage ist der § 19 in Verbindung mit § 34;  § 27 SGB VIII,

sowie § 8a SGB VIII


3.4    Zielstellungen


Ziel unseres Angebotes ist es, die Mütter zu befähigen, sich um das Wohl ihres Kindes zu kümmern, um selbstständig und eigenverantwortlich in ihrer eigenen Wohnung zu leben und einer Ausbildung oder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.


Ziele der pädagogischen Arbeit sind insbesondere:

Für die Mütter

  • die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

  • Aufbau sozialer Kompetenzen

  • Selbstständigkeit im lebenspraktischen Bereich

  • Entwicklung einer beruflichen Perspektive

  • Auseinandersetzung mit der Mutterrolle

  • Stärkung der Erziehungsfähigkeit

  • Selbstständigkeit in der Pflege, Versorgung, Betreuung des Kindes

  • Information / Hinweise für die Signale des Kindes und seiner altersgemäßen Förderung

  • Aufbau individueller Unterstützungsnetzwerke z.Bsp. PEKiP – Kurse (Prager Eltern-Kind-Programm); Frühförderstellen usw.

  • Entwicklung einer Lebens- und Zukunftsperspektive (ggf. Trennung von Mutter und Kind)


Für die Kinder:  

  • Sicherung des Kindeswohls

  • eine gesunde leibliche, geistige, seelische und emotionale Entwicklung des Kindes

  • Prävention oder Ausgleich von Entwicklungsstörungen

  • Aufbau sozialer Kompetenzen

  • Aufbau von Netzwerken


Für die Beziehung zwischen Mutter und Kind:

  • Förderung der Mutter – Kind -- Bindung als Basis für die Beziehungsgestaltung

  • eine stabile, tragfähige Mutter – Kind – Beziehung, in der sowohl die Bedürfnisse des Kindesals auch die der Mutter ihren Platz haben


3.5     Leistungen


Neben den fachlichen Kompetenzen bieten unsere Mitarbeiter großes persönliches Engagement für die ihnen anvertrauten Mütter und Kinder, dabei kommt ihnen die „kleine Einrichtung“ zu Gute, sodass jeder Mitarbeiter zu jedem Bewohner einen Bezug aufbauen kann.

Rund um die Uhr ist ein Ansprechpartner vor Ort. Es wird langsam aufgebautes Vertrauen weiter gefördert und durch eine ständig anwesende Mitarbeiterin Ängste abgebaut, Halt und Sicherheit gegeben.

In einem Klima von Geborgenheit, Freude und Zufriedenheit werden

  • Beratung und Betreuung, Schutz und Gefahrenabwehr

  • Sicherung von Grundbedürfnissen und Versorgung der Kinder

  • Stärkung der emotional-sozialen Kompetenz der Mütter

  • Förderung der emotional-sozialen Bindung zwischen Mutter und Kind

  • Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten

  • Entwicklung von schulischen/beruflichen Perspektiven

  • Begleitung der Trennungsprozesse, in denen eine Erziehungsfähigkeit nicht gewährleistet ist

  • Kooperation mit dem Jugendamt und anderen Versorgungssystemen

 

3.6  Hilfeplan für Mutter und Kind

Zu Beginn der Maßnahme öfters, später, nach längerem Aufenthalt der Mutter und Kind in Mutter-Kind-Wohngruppe, halbjährlich findet das Hilfeplangespräch statt, bei dem Ziele und deren Umsetzung festgelegt werden. Am Hilfeplangespräch nimmt die Mutter, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, gegebenenfalls der Vormund des Kindes bzw. gesetzliche Betreuung der Mutter und die zuständige Betreuerin der Mutter-Kind Wohngruppe teil. Bei minderjährigen Müttern nehmen auch deren Sorgeberechtigte am Hilfeplangespräch teil. Wenn sinnvoll bzw. notwendig, werden auch die Partner, Ausbilder, Lehrer oder Therapeuten hinzugezogen.

Im Hilfeplangespräch wird der Entwicklungsprozess von Mutter und Kind thematisiert. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden Ziele formuliert bzw. Maßnahmen festgelegt. Bereits formulierte Ziele werden nach ihrem Fortschritt überprüft.

Der Hilfeplan beinhaltet:

  • Feststellung des erzieherischen oder unterstützenden Bedarfs

  • Art und Ziel der Hilfe

  • Nötige Leistungen durch das Jugendamt und andere Träger

  • Wo und wie die Hilfe durchgeführt wird

  • Voraussichtliche Dauer der Hilfe

  • Begründung, ob eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie aussichtsreich ist oder nicht

  • Festlegung von Besuchskontakten, freien Kontakten und/oder einem probeweisem Leben in der Herkunftsfamilie


Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine Aufnahme von Schwangeren zwei Monate vor der Geburt sinnvoll erscheint und eine Dauer von mindestens einem Jahr erforderlich ist. Die Dauer wird gemeinsam mit der Hilfeempfängerin, dem Jugendamt und der Einrichtung im individuellen Hilfeplan festgelegt und steht im Zusammenhang mit der Erreichung der Ziele.


3.7 Kindeswohlgefährdung § 8a SGB VIII / Notfallplan

Gewalt -- Vernachlässigung bei Kindern und    Jugendlichen


Wenn wir mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, dann tun wir das, weil wir der Überzeugung sind, dass dies dem Wohl des Kindes dient. Kinder und Jugendlichen stehen bei uns im Mittelpunkt.

Als Mitarbeiterinnen bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben wir kein Interesse daran, dass Körperlichkeit, Zärtlichkeit und körperliche Nähe in unseren Gruppen nicht vorkommen. Wir verbieten bestimmte Verhaltensweisen aber immer dann, wenn wir uns nicht ganz sicher sind, ob die Grenze zwischen normaler kindlicher Sexualität und sexuellem Missbrauch erreicht ist. Es genügt ein begründeter Verdacht, um bestimmte Dinge zu unterbinden oder besonders aufmerksam zu beobachten.


Die Grundsätze gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung finden in allen Lebens- und Arbeitsbereichen Beachtung, prägen unser Tun und werden von uns eingefordert.

Ziel ist der Schutz der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der zu betreuenden Säuglinge, Kinder, jungen Menschen und der Mitarbeiter.


Das heißt folgende Grundsätze werden eingehalten:

  • Gewalt, Abwertungen und Herabsetzungen werden nicht geduldet, ihnen wird mit pädagogischer Intervention und Konfrontation begegnet, ggf. juristische Schritte eingeleitet

  • Alle Mitarbeiter stehen für die Bewohner als Ansprechpartner zur Verfügung, die sie ermutigten, Verantwortung für ihre Person zu übernehmend und sich vertrauensvoll mitzuteilen

  • die Berichtenden werden wahr- und ernst genommen

  • Aussagen werden vertraulich behandelt

Ein Notfallplan liegt für jeden Mitarbeiter zur Einsicht bereit.

 

4. Kooperationen

 *      Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe Gera

*        zuweisende Jugendämter

*        SRH Waldklinikum

*        Kinderärztin Frau Dr. Wolf

*        Hebammen von der Hebammenpraxis „Kugelrund“

*        Frauenärztin Frau Dr. Mergner / Frau Dr. Krause

*        Allgemein Ärzte Herr Dr. Mergner / Frau Dr. Fleischer

*        Zahnarzt Herr Dr. Palmer

*        Kindertagesstätten „Bummi“ und „Mosaik“

*        Interdisziplinäre Frühförderstelle der AWO

*        Physiotherapie Schirmer

*        Familienberatungsstelle der Diakonie

*        Familien- und Freizeitzentrum

 

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